Schloss Basedow
Schloss Basedow mit See

Schloss Basedow, Schloss & Gut Ulrichshusen und ein süßer Hofladen

Eine Landpartie in die Mecklenburgische Seenplatte. Besucht wurden die Schlösser in Basedow, Ulrichshusen und Groß Köthel sowie der Hofladen vom Biohof Peitz.

Lange gab es keine Landpartie mehr – warum eigentlich nicht? Da muss ich später wohl ein ernstes Wort mit … nun ja … mir sprechen. Aber später. Nun kommt erstmal eine neue Landpartie, denn das lange Pfingstwochenende lud mit seinem sonnigen Wetter natürlich dazu ein, das schöne Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ausgiebig zu erkunden. Während sich die 9 Euro-Ticket-Massen gen Ostsee bewegten, fuhren der Göttergatte, Mops Herrmann und ich ins Innere des Landes. Eine sehr gute Idee, denn wir konnten uns alles in Ruhe und ohne großes Publikum ansehen. Vor allem haben wir Schlösser entdeckt, wie z. B. im wunderschönen Basedow.

Folgende Orte wurden besucht.

Kunst:Offen im Schloßhotel Groß Köthel

Unser erster Halt war aber das Schloßhotel Groß Köthel, ein Gutshaus, das um 1900 errichtet wurde. Es empfing uns nicht nur strahlender Sonnenschein, sondern auch ein aufgespannter gelber Schirm, der auf die Aktion Kunst:Offen hinwies. Dabei öffnen Künstler in Mecklenburg-Vorpommern für ein Wochenende allen Interessierten ihre Ateliers und Werkstätten und geben Einblicke in ihre Arbeit. Die Aktion findet seit 1994 regelmäßig statt.

Das Gutshaus Schloßhotel Groß Köthel wurde um 1900 nach einem Brand neu aufgebaut und von 2003 bis 2011 restauriert. Hinter dem Gutshaus findet ihr einen sehr schön angelegten und gepflegten Garten samt eines kleinen Teichs mit Seerosen und Goldfischen. In wunderschönen Zimmern, die dem Schlossambiente gerecht werden und Namen wie „Güstrow“ oder „Bothmer“ tragen, könnt ihr hier übernachten.

Ein süßer Hofladen beim Biohof Peitz

Gut 15 Kilometer weiter liegt auf einer Anhöhe und umgeben von Feldern der Biohof Peitz. Drei Generationen der Familie leben und arbeiten auf dem Hof. Im hauseigenen Hofladen wird Bio-Rindfleisch verkauft. Aber nicht nur. Auch Wild und Gemüse, Gewürze und Eier sowie Milchprodukte von Kuh und Schaf und vieles mehr könnt ihr in dem liebevoll gestalteten kleinen Hofladen erwerben. Geöffnet ist jeden Tag von 8.00 bis 20.00 Uhr.

Bei warmen Wetter empfehle ich außerdem einen Griff in die Kühltruhe. Dort findet ihr das Eis von von Jackle und Heidi aus Neubrandenburg. Das Eis wird – wenn möglich – mit Produkten aus der Region und ohne Konservierungsstoffe etc. hergestellt. Sehr lecker!

Tipp:
Der Hofladen Peitz liegt an der Wanderstraße „Alte Plauer Landstraße“. Diese war früher ein Hauptverkehrsweg von Plau nach Malchin. Heute ist er teilweise nur noch als Feldweg erhalten. Nach ein paar Minuten Fußweg (der Hof liegt dabei auf der linken Seite) findet sich ein Hinweisschild zur „Alten Plauer Landstraße“ am Wegesrand.

Idylle am See – das Schloss und Gut Ulrichshusen

Nach einem kleinen Spaziergang mit Eis – wir haben uns übrigens für Buttermilch-Zitrone und Mango-Kokos entschieden – fahren wir ins ca. 5 km entfernte Ulrichshusen. Das kleine Dorf besteht aus nur wenigen Häusern, ist aber durch das Schloss und Gut Ulrichshusen sehr bekannt. Das idyllische Anwesen liegt an einem See, der – wie mag es anders sein – natürlich Ulrichshusener See heißt. Das Schloss bietet nicht nur ein Hotel, sondern ist auch Spielstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Die um 1560 entstandene Wasserburg fiel Ende der 1980er Jahre einem Brand zum Opfer, bei dem die Burg bis auf die Grundmauern abbrannte. 1993 kaufte die Familie von Maltzahn die Ruine und begann mit dem Wiederaufbau. Seit 2001 ist das Anwesen wieder im alten bzw. neuen Glanz zu bewundern.

Das Blumenarrangement auf dem letzten Bild gehörte wohl zu einer Hochzeit, die an diesem 4. Juni stattfinden sollte. Mein Göttergatte und ich fingen sofort an, in Erinnerungen zu schwelgen, hatten wir doch exakt vor sechs Jahren an einem ebenso schönen Sommertag geheiratet – zwar nicht in Ulrichshusen, aber doch in einem ebenfalls entzückenden Schloss am See.

Schloss und Gut Ulrichshusen vom See aus gesehen
Schloss und Gut Ulrichshusen vom See aus gesehen

Mit meiner Kamera erwecke ich kurz darauf das Interesse eines Mannes, der in mir die Hochzeitsfotografin zu erkennen glaubt. Als ich das verneine, verwickelt er mich in ein Gespräch über Schloss und Gut Ulrichshusen. Hier spielt nämlich der Krimi Tod in Ulrichshusen, den er vor kurzem gelesen hat und dessen Spielstätte er nun seiner Frau zeigen will. „Wer es geschrieben hat, weiß ich gerade nicht. Aber ich weiß ganz genau, wo es in meinem Bücherregal steht. Und ich habe sehr viele Bücher.“ Seine Begeisterung darüber, den Krimiort in der Realität sehen zu können, ist ansteckend. Er spricht über Szenen aus dem Buch und deutet in verschiedene Richtungen, um mir ebenfalls die Orte zu zeigen. Jetzt muss ich den Krimi wohl auch lesen …

Basedow – ein Dorfkern unter Gebiets-Denkmalschutz

Nach einem kurzen Abstecher zu der Dorfkirche in Rambow (1,5 km entfernt), die leider komplett eingerüstet war, weswegen ich auf Bilder verzichte, ist unser nächster Halt das Dorf Basedow.

Basedow ist eines der schönsten Dörfer, die ich bisher in Mecklenburg-Vorpommerns gesehen habe. Der Dorfkern wirkt beinahe märchenhaft und war trotz Pfingsten recht verwaist. Und dann der Blick über den kleinen Dorfsee auf das Schloss Basedow! Wundervoll. Ich bin bereits zum zweiten Mal vor Ort, aber wieder fasziniert mich der Anblick sehr. Ein Märchenschloss, ebenso wie das Schweriner Schloss.

Schloss Basedow

Bereits im späten 15. Jahrhundert ließ die Adelsfamilie Hahn auf den Überresten einer Vorgängerburg eine mittelalterliche Burg errichten, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert wurde. Im 19. Jahrhundert wurde die Schlossanlage umgestaltet und zwar so, dass sie zum Dorf und der dazugehörigen Park (entworfen von Peter Joseph Lenné) zur Landschaft passten.

Ich kann nur empfehlen, dass ihr euch für Basedow Zeit lasst. Es gibt so viel zu entdecken. Allein das Schloss zeigt sich von jeder Seite aus in einem anderen Licht. Im Park weiden Schafe zwischen Ruinen. Der wenige Meter entfernte Marstall wurde mittlerweile ebenfalls saniert und dient als Veranstaltungsgebäude.

Den Abschluss unserer Landpartie bildet ein Essen im Farmer Steakhouse in Basedow. Das Essen hat uns zwar nicht vom Hocker gehauen, doch der unverstellte Blick aufs Schloss machte das wieder wett.

Mit der nächsten Landpartie werde ich mir (hoffentlich) nicht so lange Zeit lassen.

Bis bald!

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