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Landpartie Nr. 1 – Bücher, eine Wasserburg und schöne Dörfer

Gutshaus Bobbin

Fahrt ihr auch manchmal einfach so ins Blaue? Ohne große Ziele? Seit wir nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen sind, machen wir das öfter mal. Die immer noch neue Umgebung muss ja erkundet werden. So auch an einem Samstag Mitte August. Anstatt die Stopps in einzelnen Beiträgen zu zeigen, habe ich mir direkt eine neue Kategorie überlegt, nämlich die Landpartie. Diese erste bringt uns zu einer entzückenden Wasserburg, durch schöne Dörfer und zu vielen Büchern.

Los geht’s

Der Göttergatte, Mops Herrmann und ich fahren zunächst durch Matgendorf und vorbei am Schloss Matgendorf, in dem sich eine psycho­soziale Einrichtung befindet. Dicht belaubte Alleen stehen uns Spalier, als wir durch kleine Dörfer fahren. Wie hübsch!

Die nächste Ortseinfahrt begrüßt uns mit den Worten „Unser Dorf – hier sind wir glücklich“. Tatsächlich macht das Dorf einen glücklichen Eindruck. Sehr viele schöne Häuser, alles wirkt aufgeräumt, sogar der große Hund, der vor einem Haus liegt. Ob er auch glücklich ist?

In Jördenstorf entdecke ich einen neuen Büchertauschschrank, mein Bücherherz hüpft – und das nicht zum letzten Mal auf dieser Landpartie.

Erster Halt der Landpartie – Bobbin

Nun aber unser erster Halt: das Gutshaus Bobbin, erbaut von Anton Friedrich von Blücher für seine Frau Karoline von Schack.

Gutshaus Bobbin in Wasdow
Gutshaus Bobbin

Von vorne eingerüstet macht es nur bedingt einen herrschaftlichen Eindruck. Gut zu wissen, dass das alte Gutshaus bereits seit vielen Jahren – unterstützt durch einen Verein – saniert wird. Das Gutshaus Bobbin befindet sich in Privatbesitz, eine Erkundung um das Haus und in den anliegenden Landschaftspark ist aber möglich.

Wer die Sanierung unterstützen möchte, kann das übrigens mit dem Besuch in dem alten Speicher machen, welcher nur wenige Schritte vom Gutshaus entfernt liegt, und in dem regelmäßig (normalerweise Samstags von 10 bis 16 Uhr) ein Flohmarkt zur Finanzierung der Sanierung des Gutshauses stattfindet. Neben dem Speicher befindet sich der Friedhof, auf dem die Kapelle der Familie von Blücher zu sehen ist.

Natürlich wollte ich auch sehen, was es in dem Speicher zu kaufen gibt. Es folgt eine Warnung für die Büchersüchtigen unter uns. Auf dem riesigen Dachboden des Speichers befinden sich ungefähr 30.000 Bücher (nach Angaben der Veranstalter), die für je 50 Cent zu erwerben sind.

Mein Mann und mein Mops haben mich sehr lange nicht gesehen…

In den unteren Bereich habe ich nur einen kurzen Blick geworfen, weil die Bücher mich aufgehalten haben. Spontan habe ich sehr viel Geschirr und viele Gläser gesehen, wer hier also Bedarf hat…

Zweiter Halt der Landpartie – Trebelbrücke

Nach einer kurzen Getränkepause geht es weiter Richtung Nehringen, einen Ortsteil der Gemeinde Grammendorf im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Auf unseren Fahrten durchs Land fahren wir übrigens bevorzugt die kleineren Straßen. Da dauert meist länger, ist aber hübscher. Und wie wir alle wissen, ist ja der Weg das Ziel. 😉

Und wie wahr – denn dieser schmale Weg (die zusammenwachsenden Bäume erinnern mich an die Darß-Wanderung) bringt uns zu einer hölzernen Klappbrücke, die über den Fluss Trebel führt.

Klappbrücke über die Trebel

Die Klappbrücke wurde bereits mehrfach rekonstruiert und dabei nach historischem Vorbild neu aufgebaut. Und obwohl sie vielleicht nicht so aussieht, dürfen durchaus Autos hinüber fahren.

Die hölzerne Brücke verbindet übrigens die Landesteile Vorpommern und Mecklenburg.

Dritter Halt der Landpartie – Nehringen

Holpernd fahren wir über die Klappbrücke hinein nach Nehringen. Was für ein schmuckes Dorf!

Wir halten an der um 1350 entstandenen und in den 1720ern umgestalteten barocken St. Andreas Kirche und werden mit Musik begrüßt. Was für ein schöner Zufall, dass in der Kirche gerade für ein Orgelkonzert am Nachmittag geübt wird. In Cartoons sieht man manchmal Noten, die durch die Luft segeln und sich in die Gehörgänge winden. Genau so ein Gefühl habe ich auch, als ich aus dem Auto steige – und das ist angenehmer, als es vielleicht klingt.

In dem Dorf herrscht ansonsten eine samstagnachmittagliche Stille und die Orgelmusik fliegt über das historische Ensemble aus altem Gutshaus, Kavalier- und Wirtschaftshäusern.

An dem 1714 erbauten Gutshaus geht es über eine kleine Wiese – Achtung, kleine Frösche kreuzen den Weg – in ein kleines Wäldchen. Dort stoßen wir auf den Fangelturm, einen um 1330 erbauten Wehrturm, der seit ein paar Jahren restauriert wird. Mehr zur Geschichte des Turm könnt ihr auf der Seite des Fördervereins nachlesen.

Bewachsene Treppenstufen führen den kleinen Berg hinauf. Der Turm ist nur von außen zu begutachten und auch nicht von allen Seiten. Es sei denn, ihr habt Spaß daran, euch um hohe Mauern an einem steilen Abhang herumzuhangeln. Für mich ist das nichts, also geht es wieder die Stufen hinab.

Zurück am Rondell der Gutsanlage, werden wir erneut von der Orgelmusik empfangen. Ich gehe noch kurz über den kleinen Friedhof, wobei mir die Musik folgt.

Vierter Teil der Landpartie – Wasserburg Turow

Das vierte und letzte Mal halten wir in dem beschaulichen Turow (einem Ortsteil der Gemeinde Glewitz) und zwar bei der dortigen Wasserburg. Ich habe mich augenblicklich in diese wunderschöne Anlage verliebt. Da am Tag zuvor eine Hochzeit stattgefunden hat, wie wir von einem Gast erfuhren, haben wir uns nicht all zu lange vor Ort aufgehalten. Die Hochzeitsgesellschaft war nämlich noch im Hof verstreut und wir wollten nicht stören. Ein paar Eindrücke konnte ich aber sichern.

Nach der Einfahrt halten wir uns links und gelangen über einen Park zur Wasserburg (die ursprüngliche Anlage stammt aus dem 12. Jahrhundert).

Seit 2014 ist das Anwesen in privatem Besitz und kann für Veranstaltungen und Feiern aller Art gemietet werden. Ich bewundere die Schönheit des ganzen Ensembles. Liebevoll eingerichtete Sitzecken und tolle Details sind überall zu bestaunen.

Ist das Anwesen nicht einfach zauberhaft? Eine wunderschöne Hochzeitslocation – wenn ich nicht schon verheiratet wäre….

Die Wasserburg Turow kann übrigens auch exklusiv gemietet werden, Details findet ihr auf der Internetseite der Wasserburg.

Nach dieser tollen Landpartie waren wir erfüllt von neuen Eindrücken. Wie schön Mecklenburg-Vorpommern doch ist.

(Für größere Bilder einfach das Vorschaubild anklicken – und schon seid ihr in der Galerie).

2 Kommentare

  1. Wunderschön und vieles für mich eingefleischten Mecklenburger neu, wir werden der „Landpartie“ folgen, übrigens tolle Idee der Titel LG Hanne

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    • Wie schön! Das freut mich sehr, liebe Hanne. „Landpartie“ war ein Gemeinschaftsprodukt. 🙂 Wobei Herrmann nicht so viel zum Titel beigetragen hat…

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