Artikel
0 Kommentare

Kurzurlaub in Sellin: Die Seebrücke

Seebrücke Sellin bei Nacht

Weiter geht es mit dem Kurzurlaub in Sellin. Von unserem Appartement, dem Ausblick und dem Geburtstagsessen hatte ich euch bereits erzählt. Und was ist eines der ersten Dinge, die wir machen, wenn wir in Sellin sind? Wir spazieren zur Seebrücke. Der Anblick ist immer wieder schön.

Aber auch die Historie der Seebrücke ist spannend. Wer die insgesamt 394 Meter lange Brücke schon mal besucht hat, kennt natürlich die tollen nostalgischen Fotos, die auf der gesamten Länge angebracht sind und uns die vergangenen Zeiten näher bringen.

Seebrücke Sellin auf Rügen
Ein Regenbogen über der Seebrücke von Sellin

1906: Einweihung der ersten Seebrücke

Die erste Selliner Seebrücke wurde 1906 eingeweiht und galt als Prunkstück der Bäderarchitektur der Wilhelmstraße. Das erste Hotel hatte hier bereits zehn Jahre zuvor eröffnet. Die Baukosten der 508 Meter langen Brücke betrugen 159.500 Mark. Genau wie die heutige Brücke verfügte auch die erste über ein Restaurant, das allerdings nur 14 Jahre nach der Eröffnung im Jahr 1920 komplett abbrannte. Ebenso glücklos erging es dem restlichen Bau. Den ungestümen Wetterbedingungen der Ostsee ausgesetzt, erlitt das Bauwerk immer wieder große Schäden durch Packeis. 1924 wurde es durch Eisschollen völlig zerstört.

1925: Der zweite Versuch

Bereits 1925 entstand eine neue Seebrücke, die nur unwesentlich kürzer als ihre Vorgängerin war. Die neue Brücke zierte eine Plattform, eine Lesehalle und eine Konzerthalle. Aber auch ihr war kein langes Leben beschert. Die Eisschollen im eisigen Winter 1941/42 fügten ihr erneut schwere Schäden zu. Übrig blieb das Brückenhaus, das ab den 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre als Tanzlokal diente. Der marode Gesamtzustand sorgte dafür, dass die Reste des Bauwerks 1974 gesperrt wurden. Vier Jahre später wurde es abgerissen.

1998: Die heutige Seebrücke wird eröffnet

Doch das Wahrzeichen fehlte und immer wieder gab es Gespräche über einen Wiederaufbau der Seebrücke. Ein Zusammenspiel aus dem Engagement der Selliner Bürger, einem unterstützenden Besuch des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahre 1991 und Förderprogramme nach der Wende führte schließlich dazu, dass 20 Jahre später Touristen wie Einheimische wieder auf der Selliner Seebrücke über die Ostsee flanieren können.

Denn im April 1998 wurde das architektonische Wahrzeichen Sellins nach sechsjähriger Bauzeit wiedereröffnet. Als Vorbild für den Wiederaufbau hatte sich das Göhrener Architekturbüro Herrmann + Müller die Bauten von 1906 und 1925 genommen und ein Zusammenspiel aus modernem Stil und der zu Sellin passenden herrschaftlichen Bäderarchitektur entworfen. Ein T-Steg mit Kaiser- und Palmengartenpavillon, Doppeltürme, der lange Gang zum Flanieren und zwei Schiffsanlegestellen am Brückenkopf. Baukosten: 20 Millionen D-Mark.

Tauchgondel an der Seebrücke

Im September 2008 wurde am Brückenkopf eine Tauchgondel eingeweiht, mit der die Besucher 4 Meter unter die Meeresoberfläche abtauchen können. Dabei können sie verschiedene Fische, Quallen, Krabben, Muscheln und andere Meerestiere und Pflanzen entdecken.

Am späten Abend war die Gondel nicht mehr geöffnet. Im Sommer kann allerdings bis 21 Uhr getaucht werden.

Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise könnt ihr hier nachlesen.

Eine farbig glitzernde Ostsee und eine leuchtende Brücke samt Aufbauten gibt es gratis.

Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen. Beim nächsten Mal gibt es dann bestimmt auch wieder eine Seebrücke im Sonnenlicht. Diesmal konnten wir uns glücklich schätzen, wenn es mal nicht geregnet hat.


Weitere Bilder und Texte zu Sellin und Umgebung demnächst auf nordverliebt.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.