Blick über die Elbe

Grenzsprung: Kurzbesuch in Lauenburg an der Elbe

Ein Besuch im Nachbarbundesland Schleswig-Holstein. Es lockt die malerische Altstadt von Lauenburg an der Elbe.

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Manchmal entsteht aus einer Pflicht auch etwas sehr schönes. Vor kurzem habe ich den Göttergatten auf eine Dienstreise nach Niedersachen begleitet. Da uns der Rückweg durch Mecklenburgs Westen führt, haben wir uns spontan entschlossen, ein paar Tage an die Dienstreise dranzuhängen und diese uns unbekannte Ecke zu erkunden.

Lauenburg im Dreiländereck

Für den ersten Halt hatten wir uns Lauenburg an der Elbe ausgesucht. Richtig, Lauenburg liegt nicht in Mecklenburg-Vorpommern, aber da MV nur einen Katzensprung entfernt liegt, wollen wir mal nicht zu streng sein – zumal gerade die Altstadt des Städtchens sehr schön ist und ich sie euch gerne zeigen möchte.

Lauenburg an der Elbe liegt im Dreiländereck – Schleswig-Holstein trifft hier auf Niedersachen und eben Mecklenburg-Vorpommern. Für die Übernachtung haben wir uns das Gästehaus Von Herzen ausgesucht. Das kleine Gästehaus liegt in der Altstadt von Lauenburg, direkt an der Elbe und überzeugt schon beim ersten Anblick. Wir wurden herzlich empfangen und bekamen ein Zimmer mit Balkon zur Elbe im zweiten Stock.

Das Zimmer war für eine Nacht ausreichend groß, gemütlich und mit Liebe zum Detail eingerichtet sowie mit einem schönen, kleinen Bad ausgestattet. Auch die Unterhaltung im Haus stimmte. Zeitgleich mit uns war nämlich eine Gruppe sehr lustiger Radfahrer angekommen, die offenbar die meisten Zimmer des Hauses belegt hatte. Bei unserem Aufstieg in den zweiten Stock wurde die Tür aufgerissen und ein frisch der Dusche entsprungener Mann, immerhin mit Slip bekleidet, stand vor uns. Er dachte wohl, wir wären einer seiner Freunde, freute sich aber genauso über Herrmann. „Bist du jetzt mein Nachbar?“ und streichelte den Mops ausgiebig. Später riss der gleiche Mann, laut nach seinem Freund rufend, unsere Zimmertür auf. Wir haben danach sicherheitshalber abgeschlossen. Auf nächtliche Überraschungen legen wir dann doch keinen Wert.

Frühstück mit Geschichten

Am nächsten Morgen saß die muntere Truppe hinter uns am Frühstückstisch und plauderte vor sich hin. Bei einem liebevoll angerichteten und köstlichen Frühstück, das auf einer Etagere dargebracht wurde, lauschten wir Geschichten über die ehemalige DDR. Spannend war’s. Wenn ihr mal in Lauenburg an der Elbe seid, kann ich euch das Gästehaus mit seinen sehr freundlichen Mitarbeitern, die immer ein Lächeln auf den Lippen hatten, empfehlen. Aber schließt die Türen ab. 😉

Die Altstadt vor der Tür

Ein Pluspunkt an diesem Gästehaus ist natürlich auch, dass ihr direkt in der Altstadt seid. Wenn ihr das kleine Hotel verlasst, seht ihr sofort das „Mensingsche Haus“, das älteste Haus in Lauenburg.

Ältestes Haus in Lauenburg

Urkunden belegen, dass dieses entzückende Fachwerkhaus mit seinen Schnitzereien im Jahr 1573 erbaut wurde. Aktuell ist eine Eisdiele in dem Haus, die allein schon aufgrund des Ambiente zum Verweilen einlädt. Wie ihr sehen könnt, war die Eisdiele geschlossen, als wir die Stadt erkundet haben. Deswegen kann ich leider nicht berichten, wie das Eis schmeckt.

Fachwerkhäuser und Kopfsteinpflaster

Auch ohne Eis gibt es in Lauenburg viel zu entdecken. Dabei kommen auch eure Füße auf ihre Kosten, denn die Altstadt ist fast nur über Kopfsteinpflaster begehbar. Das sieht zwar schön aus, ist aber nichts für Füße in dünnsohligen Segeltuchschuhen. Also, gutes Schuhwerk anziehen, bevor ihr euch aufmacht, die malerische Altstadt zu erkunden. Belohnt werdet ihr mit tollen, behutsam restaurierten Fachwerkhäusern, die oft mit üppigen Kletterrosen bewachsen sind.

Schlossplatz mit Ausblick

Über den charmanten Gassen thront Schloss Lauenburg, das 1708 erbaut wurde und streng genommen „nur“ ein Amtshaus ist. Seit den 1920er Jahren befindet sich in dem Gebäude die Stadtverwaltung.

Schloss/Amtshaus Lauenburg
Amtshaus (Schloss) Lauenburg

Das tatsächliche Schloss wurde durch einen Brand (1616) und Artilleriebeschuss (1656) weitestgehend zerstört und später abgerissen. Aus den Trümmern wurde dann das heute als Schloss bezeichnete Amtshaus errichtet, wie die Lauenburgische Landeszeitung berichtet.

Wehrturm in Lauenburg/Elbe
Wehrturm

Erhalten geblieben ist der eindrucksvolle Wehrturm, der 1477 fertiggestellt wurde. Nach dem Ende des Schlosses wurde auch der Turm umgebaut und erhielt 1725 sein jetziges Aussehen.

Der Wehrturm – mit Gefängniszellen im Inneren – steht Besuchern täglich von 10 bis 17 Uhr zur Besichtigung offen (Stand: Juni 2022). Der Besuch des Turms ist kostenfrei.

Der Aufstieg erfolgt über schmale, steile Holztreppen. Vom Turm aus könnt ihr über die Elbe und Unterstadt von Lauenburg sehen.

Da wir erst am Abend auf den Berg gewandert sind, sind wir leider nicht in den Genuss des Ausblicks kommen. Aber das war nicht so schlimm, wie wir nach wenigen Schritten feststellten.

Der Amtsplatz mit seinen historischen Gebäuden ist mit einem kleinen Park umgeben. Geht ihr am Amtshaus vorbei, steht ihr auch schon am „Askanierblick“. Diese Aussichtsterrasse bietet einen herrlichen Panoramablick entlang und über die Elbe bis nach Niedersachen.

Wallweg in Lauenburg/Elbe
Wallweg

Über den schmalen, anfangs recht unebenen Wallweg gelangt ihr vom Berg mit Ausblick wieder hinunter an die Elbe.

Turmmauer in Lauenburg

Der Besuch in Lauenburg an der Elbe hat uns sehr gut gefallen. Auch wenn wir nicht mal 24 Stunden vor Ort waren, hat sich der kurze Aufenthalt gelohnt.

Marie

Kommt mit mir in die schönsten, spannendsten und interessantesten Ecken von Mecklenburg-Vorpommern.

4 Comments

  1. Hallo Marie,
    Fachwerkhäuser und Backstein mag ich sehr und das Kopfsteinpflaster passt so gut dazu – wie schön, dass es erhalten wurde. Und ich liebe solche Gässchen, die lebendig wirken, obwohl es keine Vorgärten gibt. Ich staune immer wieder, wie die Kletterrosen auf so kleinen Fleckchen gedeihen können! Jetzt habe ich richtig Lust bekommen, Lauenburg und überhaupt die Gegend dort an der Elbe zu besuchen. Wenn wir hinfahren, versuchen wir auf jeden Fall ein Zimmer im „Von Herzen“ zu bekommen – die Radler werden ja schon weg sein …
    Liebe Grüße
    Susanna

    • Hallo Susanna,
      wie schön, dass ich dich für die Elberegion begeistern konnte. Die Kletterrosen waren so zahlreich und üppig vertreten, das war wirklich schön.
      Liebe Grüße
      Marie

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