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Naturschutzgebiet Kösterbeck und eine kuriose Entdeckung

Kösterbecker Tal

Wenn die Temperaturen im höheren 20 Grad Bereich liegen, mögen weder Mops Herrmann noch ich längere Spaziergänge. Der Göttergatte ist da etwas schmerzfreier, aber wir schlagen ihn 2:1. Solch stundenlangen Wanderungen wie durch den Darßer Wald und den Rundweg Darßer Ort, von dem ich Ende Mai berichtet hatte, lassen wir dann also lieber. Zum Glück gibt es ja auch kleine Touren und so eine haben wir vor kurzem gemacht. Es ging in die Rostocker Schweiz, in das Naturschutzgebiet Kösterbeck – und zum nördlichsten Skigebiet der ehemaligen DDR.

Ein Skigebiet in Mecklenburg-Vorpommern, unweit der Ostsee? Das ist kein April-Scherz (im Juli). Aber um ehrlich zu sein, wussten wir vor unserem kleinen Ausflug auch nichts von diesem Skigebiet. Was man nicht alles entdeckt, wenn man im eigenen Land unterwegs ist…

Los geht’s

Start war der (kostenlos nutzbare) Parkplatz Kösterbeck, der sich genau am Eingang des Naturschutzgebietes befindet.

Eingangsschild Naturschutzgebiet Kösterbeck
Naturschutzgebiet Kösterbeck

Wie so oft hatten wir beim Betreten des Waldes die Qual der Wahl – wohin gehen wir? Alle Wege schauen auf den ersten Blick sehr gut aus. Wir entscheiden uns für den rechten Weg und landen nach ein paar Metern durch den Wald wenig später auf einer Wiese, auf der tolle Weitblicke (da schönes Wetter) inklusive sind.

Freundschaftshöhe mit Ausblick

Wir stehen auf einer Erhebung (60 m über NN), die seit DDR-Zeiten Freundschaftshöhe heißt. Anfangs mit Blick auf einen See…

Naturschutzgebiet Kösterbeck
Naturschutzgebiet Kösterbeck

…und ein paar Schritte weiter in der Ferne auch auf die Stadt Rostock.

Blick auf die Stadt Rostock

Was im Mai die Rapsfelder waren, ist nun der Weizen. Wogendes Getreide auf Feldern, so weit das Auge reicht. Manchmal sieht es wie eine flauschige Decke aus, auf die ich mich gerne werfen möchte. Leider ist es keine Decke, aber der Blick bleibt.

Weizenfelder in Kösterbeck
Satt gelbe Weizenfelder in Kösterbeck

Gut begehbare, teils aber etwas schmale und mit Wurzeln zersetzte Wege führen durch oder um den Wald herum. Wir gehen mal so, mal so. Verlaufen haben wir uns nicht, was bei unseren Wanderkünsten für die gut ausgebauten und deshalb erkennbaren Wege spricht.

Skifahren in Mecklenburg-Vorpommern

Wer mit wachem Blick durch die Natur in Mecklenburg-Vorpommern wandert, bekommt viel zu sehen. In diesem Jahr fallen mir vor allem die vielen Störche auf, die durch das Gras staksen. Was ich aber nicht erwarte, sind die Überreste eines Skilifts.

Überreste eines Skilifts in Kösterbeck

Wo hier nur noch wenig an das Wintersportvergnügen vergangener Zeiten erinnert, stand früher eine kleine Skihütte. 1972 wurde der Lift errichtet, noch bis Mitte 1980 war er in Betrieb. Im Jahr 1979 gab es sogar einen Wintersportwettkampf. Mangelhafte Wartung machte den Skilift aber nach und nach unbrauchbar. Die milden Winter sorgten außerdem dafür, dass sich niemand mehr für einen Skilift interessierte.

Die Schneise, wo früher die Skifahrer hochgezogen wurden, ist noch erkennbar.

Schneise im Kösterbecker Wald

Das Nordmagazin hat eine kleine Reportage über das ehemalige Skigebiet gedreht. Leider habe ich das Video nicht auf der offiziellen Seite gefunden, aber Suchmaschinen sollten helfen.

Zum Skifahren kommen heutzutage wohl nicht mehr allzu viele Menschen in die „Kösterbecker Berge“, allerdings ist die Freundschaftshöhe ein beliebter Ort zum Rodeln. So beliebt, dass es im Januar zu einem Verkehrs-Chaos kam, weil sehr viele Rodelbegeisterte ihrer Leidenschaft frönen wollten.

Wo bei guter Schneelage die Rodler rodeln (siehe Titelbild), wandern wir den Berg wieder hinunter. Durch Wald…

und Wiesen – und da ist ja auch schon wieder ein Storch.

Storch im Naturschutzgebiet Kösterbeck

Wir sind Hasen und Hummeln begegnet – keiner war an einem Foto interessiert – haben unzählige Stare am Himmel beobachtet und zum Glück keine Zecken mitgenommen. Also viel los auf der ca. 4 km langen Runde.

Obwohl das Gebiet laut der Gemeinde Roggentin ein beliebtes Ausflugsziel ist, sind uns nur wenige Menschen – die meisten mit Hund/en – begegnet. Mops Herrmann hat den Rundwanderweg auch genossen. Für wärmere Tage und kleinere Hunde eine perfekte Länge und dank Wind und Bäumen auch gut auszuhalten.

Weitere Impressionen von der Wanderung

2 Kommentare

  1. Schöne Wanderung, ist uns zwar bekannt, sollten wir aber vielleicht auch Mal wieder machen, sehr schöne Beschreibung und fotos

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    • Danke, liebe Hanne! Ich bin sehr gespannt, ob du irgendwann schreibst „das kenne ich noch nicht“. 🙂 Aber als Neu-Mecklenburgerin habe ich da wohl nur geringe Chancen…

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